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#626 Nazar

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WWW: http://apparatundaura.blogspot.de/

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Nürnberg, Pellerhaus

o.T.

beim Kaffee

Piazza di Spagna, Rom

Kaffeesatz I

"Im Jahre 1865 versuchte der junge Lewis Payne den amerikanischen Außenminister W.H. Seward zu ermorden. Alexander Gardner hat ihn in seiner Zelle photographiert; er wartet auf den Henker. Das Photo ist schön, schön auch der Bursche: das ist das studium. Das punctum aber ist dies: er wird sterben. Ich lese gleichzeitig: das wird sein und das ist gewesen; mit Schrecken gewahre ich eine vollendete Zukunft, deren Einsatz der Tod ist."

- Roland Barthes: Die helle Kammer

 

2008 habe ich die Vorzüge der analogen Fotografie für mich (wieder)entdeckt. Meine Kenntnisse und Fähigkeiten auf diesem Gebiet baue ich seitdem aus.

Derzeit benutze ich für meine Arbeiten Kleinbildkameras, hauptsächlich eine KODAK Retinette IA. Lomografische Kameras besitze ich auch, betrachte sie allerdings eher als Spielzeuge und für gute Fotos weniger geeignet.

Mein Hauptinteresse liegt im Schaffen von Bild-Momenten, deren eigene Zeitlichkeit für mich die ganze Faszination von Fotografie ausmacht. Das analoge Foto ist ein konkreter, spürbarer Abdruck der Zeit und meiner Meinung nach die sinnlichste Methode überhaupt, ihrer habhaft zu werden.

 

"Ara verhält sich äußerst merkwürdig, er wird ganz aufgeregt, lässt sich nichts mehr sagen, stellt mit der Schnelligkeit eines Computers die Parameter ein, die notwendig sind, um das Bild der betreffenden Person zu bannen, wird nahezu wahnsinnig wegen des sich ständig verändernden Aussehens des Modells, und glauben Sie mir, seine Ohren und sein Schnurrbart hängen herab, er wird klein und bucklig, bekommt einen leeren Blick, ächzt und stöhnt, hält sich den Bauch, mit seiner gestreiften Krawatte wischt er sich den Schweiß von der Stirn, er hinkt, stößt unglaubliche Laute mit seiner Nase aus, legt sich auf den Boden, klettert auf Stühle, jammert tausendmal erbärmlicher als der große Narek, stimmt Klagelieder an, regt sich über die Künstlichkeit des ständig sich verändernden Modells auf, drückt tausend Mal auf den Auslöser der Kamera, legt tausend neue Filme ein, lässt Blitzlichtgewitter toben, verflucht schließlich Daguerre und Nadar, die Erfinder der Fotografie, und wenn seine ganzen Spielzeuge nicht so teuer wären, würde er all die Fotoapparate, die er in seiner Tasche mit sich herumträgt, wohl zertrampeln wie der Künstler Aynüddevle seine Zeichenfedern und sich von dieser Last ein für alle Mal befreien ..."

- Abidin Dino über Ara Güler: Zeitgenössische Künstler aus der Türkei

DESIGNED BY CHRISTIAN M. MÜLLER