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#745 Captain Fineweather

eMail: info@captainfineweather.de
WWW: http://www.captainfineweather.de

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A Portrait of the Artists by a young Man

 
 
Geboren im März 1963 in Gummersbach, wo heute niemand tot überm Zaun hängen will. 

Abgebrochenes Germanistikstudium in Marburg/Lahn, Ausbildung zum Schlosser, später einige Jahre als Schweißer tätig.

Ich bezeichne mich als wertekonservativ im besten Sinne. Solange der sogenannte Fortschritt immer hanebüchener und in immer hässlicherem Gewand daherkommt, wird er von mir eine Absage erteilt bekommen. Ich lehne nicht nur Digitalkameras ab, sondern auch die mit Elektronik vollgestopften Technikboliden unter den analogen Kameras. Ich liebe alte vollmechanische Kameras, klassische Filmemulsionen von Ilford und Kodak und die Lunasix-Reihe von Gossen.

Ansel Adams hatte noch keinen Spotmesser, als er anfing, nach dem Zonensystem zu arbeiten. Sein Weston Master hatte einen Messwinkel von 60 Grad, ich frage mich, wie zum Teufel er das gemacht hat! Cartier-Bressons Leicas hatten keinen eingebauten Belichtungsmesser und  Michael Kenna hängt sich einen Gossen Lunasix F um den Hals, wenn er mit seiner Hassey loszieht. Es gibt zahllose andere Beispiele. Was gut genug für Leute dieses Kalibers ist, muss doch jedem reichen.

Ich habe kürzlich im Netz den kompletten Jahrgang 1936 der Zeitschrift "Camera Craft" entdeckt, und in der Januarausgabe ist ein Artikel von Ansel Adams abgedruckt, in dem er über seine Erfahrungen mit der Contax berichtet. Die Dinger hießen damaĺs noch "miniature cameras", und er erklärt, warum er sich bisher dagegen verwahrt hat: 

https://archive.org/details/cameracraft431936phot/page/14

"I was fearful, up to less than a year ago, of the effect of the facile miniature camera on the art of photography. I had seen nothing worth-while, but I had seen a great amount of very bad work. I had listened to impossible claims, and I had sensed the "hobby" quality dominating to an alarming degree. Increased facility often progressively eliminates effort, and things in art are accomplished only through accumulated effort and practice and the clear knowledge of the objectives in view."

Da spricht er klar und deutlich aus, was ich bisher nur intuitiv erfasst hatte. Das ist der eine Grund, warum ich einfache Werkzeuge benutze. Der andere Grund ist ästhetischer Natur: Es ist einfach beglückend, einen gediegenen Apparat wie z.B. die Voigtländer Vito B oder die Zeiss Ikon Ikonta in der Hand zu halten. Zwar sind das genau die Geräte, gegen die Adams sich ausspricht, aber darin liegt für mich kein Widerspruch. Wenn ich mir die weitere Entwicklung bis, sagen wir zur Nikon F-601 oder den analogen EOS anschaue, bin ich immer noch nah dran an jener Einfachheit, die "Effort" fordert. Dass ich noch keine Großformatkamera mein eigen nenne, ist nur meinem kleinen Geldbeutel geschuldet. 

Und, um Forrest Gump zu zitieren: Das ist alles, was ich dazu sagen kann.

DESIGNED BY CHRISTIAN M. MÜLLER